EK | Die vier Grundschritte einer jeden Kommunikation

Wenn jede Kommunikation das gleiche Ziel verfolgt, dann müsste sie sich doch auch, unabhängig von ihrem Inhalt, in ihrer Struktur sehr ähneln? Und genau so ist es. Jede Kommunikation ist aus den gleichen vier Grundschritten zusammengesetzt. Das ist es was Marshall B. Rosenberg in seinem Ansatz der Gewaltfreien Kommunikation sehr gut vermittelt. Er hat die Kommunikation auf vier immer gleiche Schritte reduziert und das werden wir in diesem Beitrag ebenfalls tun.

Die vier Grundschritte unseres Tanzes:

Beobachtung – Gefühl – Bedürfnis – Bitte.

beobachtungBEOBACHTUNG

Ich stelle eine Beobachtung an. Was habe ich gesehen oder gehört? Jede Kommunikation beginnt damit! Daher gilt: Je einfacher Deine Beobachtung ist desto einfacher fallen die nächsten Schritte! Mach also die erste Geste. Und dann blicke durch die Öffnung zwischen Daumen und Zeigefinger, wie durch ein Fernglas. Mach das Guckloch immer enger bis Du nur noch einen kleinen Punkt wahrnehmen kannst. Was siehst du noch? Vereinfache immer mehr. Je klarer und einfacher Deine Beobachtung ist, desto klarer wird im Folgenden Deine Kommunikation ablaufen. „Ich sehe einen Socken auf dem Boden liegen“, „Ich sehe, dass Du einen blauen Schal trägst“, „ Ich sehe Dein rechtes Auge“ usw.. Und auch Gesagtes können wir beobachten. „Ich höre, dass Du gesagt hast, dass ich Dich nerve!“ Mach Dir immer wieder bewusst: Je einfacher Deine Beobachtung – je klarer werden die nächsten Schritte! Schließe zuletzt Deine Hand vollständig. In ihr hast Du Deine Beobachtung eingeschlossen. Egal was Du beobachtet hast. Sie wird Dich zu einem Gefühl – Deinem Gefühl führen. Lass es einfach geschehen. Welches Gefühl steigt in Dir auf? Welches Gefühl möchte sich Dir zeigen?   GEFÜHLgefu%cc%88hl Nun hast Du also eine geschlossene Hand in der Deine ganz persönliche Beobachtung sicher verwahrt ist. Führe die Hand zu Deinem Herzen und schon bist Du bei der zweiten Geste. Wenn Du soweit bist, öffne Deine Hand und lege sie flach auf Deine Herz. Atme ein. Was löst die Beobachtung bei Dir aus? Wie fühlst Du Dich? Was ist gerade jetzt lebendig in Dir? Nimm Dir Zeit, denn auch hier kommt es darauf an, dass Du aussprichst, was Du genau jetzt empfindest, während Du Deine Hand auf Deinem Herzen spürst. Schaffst Du es im Raum und bei Dir zu bleiben, d.h. in Deinem Herz, dann kommt erfahrungsgemäß das Vokabeltraining ins Spiel. Was zählt eigentlich als Gefühl und welche Worte gibt es für sie? (Wirf einen Blick in die Gefühlstabelle im Beitrag: ‚Gefühle wollen übersetzt werden‘!) An welchem Gefühl bleibt Dein Auge oder Finger hängen? Wo zieht es Dich hin? Hast Du Dein Gefühl benannt, lass es sich verwandeln. Atme durch. Und Schicke es in Deine Handfläche. Das Gefühl wird von Deinem Herz übersetzt. Diese Übersetzung wird dann in Deiner Handfläche „zu sehen“ sein. BEDÜRFNISbedu%cc%88rfnis Nimm also die offene Hand im nächsten Schritt von deinem Herzen weg und führe sie, mit der Handfläche nach oben, vor Dich. Das ist Geste drei. Schau nun in Deine Handfläche. Was liegt in ihr? Welches Bedürfnis möchte sich Dir zeigen? Warum führst Du dieses Gespräch immer wieder? Warum befindest Du Dich genau jetzt in dieser Situation? Vielleicht liegt ein Teil Deiner Antwort bereits in Deiner Hand, vielleicht dauert es auch noch und Du benötigst die Hilfe Deines Gegenübers. In jedem Fall wirst Du mehr über Dich und Deine Bedürfnisse erfahren. In unseren Grundbedürfnissen sind wir alle gleich! Hier eine Zusammenstellung: Bedürfnisübersicht zum Runterladen BITTEbitte Umschließe nun mit beiden Händen, das was in Deiner Handfläche aufgetaucht oder nicht aufgetaucht ist. Falte Deine Hände in Geste vier wie zum Dank und formuliere eine Bitte. An Dich selbst oder Dein Gegenüber. Was kannst Du für Dich tun? Wie kannst Du Dir in dieser Situation helfen ein guter Freund zu sein? Wie kann Dir Dein Gegenüber konkret helfen, dein Bedürfnis zu befriedigen? Was kann er hier in diesem Raum tun? Je klarer Deine Bitte ist, desto einfacher wird es werden ihr nachzukommen. Belasse Deine Bitten immer im Hier und Jetzt! Sie muss in dem Raum in dem Du Dich befindest und am besten sofort umsetzbar sein. „Nimm mich bitte in den Arm.“ „Wenn Du mich das sagen hörst, kannst Du mir dann mitteilen was dann in Dir vorgeht?“ „Kannst Du mir wiedergeben, was ich gerade gesagt habe?“ Das sind die vier Gesten, die Grundschritte des Tanzes der Herzen. Sie können Dir sehr hilfreiche Diener auf dem Weg zur einfühlsamen Kommunikation sein. Auf dem Weg in Dein Herz. Übung: Sieh Dir die vier Gesten an. Vollführe sie nacheinander. Immer wieder. Solange bis sie sich zu einer fließenden Bewegung verbinden. Wiederhole ihre Abfolge solange, bis sie sich vertraut anfühlt. Bis die Gesten, ohne großes Nachdenken, ineinander übergehen. Du wirst merken, dass Dein Körper sich aufrichtet und Dein Atem regelmäßiger und ruhiger durch Deine Lungen fließt. Das ist der Moment in dem sich Dein Herz bereit macht zu tanzen. Nun denn, tanzen wir. Merken